Gutskapelle Breese im Bruche

Gutskapelle Breese im Bruche

Die Gutskapelle wurde 1592 als Familiengrablege und Hofkirche der Familie von Otto X.  Grote und Elisabeth von Holle im Stil der Weserrenaissance erbaut. Sie liegt auf dem Gelände des ehemaligen Ritterguts der Familie. Von außen ist es ein schlichtes Gebäude mit Ziegeln und Feldsteinen. Es soll ein ländliches Abbild der Celler Schlosskapelle darstellen.

Aus dem Satteldach ragt im Westen ein Dachreiter aus Holzfachwerk. In seinem Glockenstuhl hängt die 1702 gegossene Kirchenglocke. Der Dachreiter trägt einen achtseitigen, schiefergedeckten, spitzen Helm mit einem Kragträger für die 1654 gegossene Schlagglocke. Die Sakristei an der Ostseite ist ebenfalls aus Holzfachwerk. Im 18. Jahrhundert wurde ein Mausoleum an das Gebäude angebaut.

An der Stelle der heutigen Kapelle wurde bereits 1563 die erste Holzkirche in Breese von Jacob Grote errichtet. Sein Sohn Otto und dessen Frau Elisabeth veranlassten den Abriss des Holzgebäudes, um die Kapelle aus Stein erbauen zu lassen. In einer Inschrift über dem südlichen Portal ist dieses Ereignis nachzulesen.

Im Inneren erwarten Besucher unter anderem ein kunstvoll bemaltes hölzernes Tonnengewölbe. In Medaillons sind Inhalte des Alten Testaments und an den Brüstungen der zwei Emporen gemalte Szenen aus dem Neuen Testament dargestellt. Die Malereien wurden auf das Jahr 1595 datiert und von dem aus Walsrode stammenden Kirchenmaler Hans Gödecke angefertigt.

Die ursprüngliche Orgel wurde 1865 anlässlich eines Besuchs von König Georg V. eingebaut. In den 1960er Jahren fiel sie allerdings Vandalismus und Diebstählen zum Opfer. Himmelfahrt 2023 ersetzte man die bis dahin genutzte Truhenorgel durch eine neue Orgel aus der Werkstatt des Baumeisters Martin ter Haseborg. Zur weiteren Kirchenausstattung gehören ein um 1595 entstandenes schmales Taufbecken und ein Kanzelaltar von 1717, vor dem bis heute der Grabstein von Otto X. Grote liegt.

Nachfolgegenerationen des Erbauerpaares wurden aufgrund ihrer Verdienste, z. B. als Staatsmänner und Diplomaten, zunächst in den Freiherren- und Anfang des 19. Jahrhunderts in den Grafenstand erhoben. Auch 430 Jahre nach ihrer Erbauung ist die Kapelle weiterhin im Privatbesitz der Grafen Grote.

Besucher können die Gutskapelle bei Führungen erleben. Dabei erfahren sie mehr über die Geschichte der Kapelle und der Familie.

Ergänzt werden kann der Besuch mit einem Spaziergang in den Rundling Breese im Bruche, wo über die Jahrhunderte ein Zweiständer-, ein Dreiständer- und ein Vierständerhaus als Beispiele der verschiedenen Architekturen erhalten geblieben sind.

Eine bis sechzig Personen

Mitte Mai bis Oktober