Der Lemgow

Hohe Kirche und bedrohte Haustierrassen

Die flache, weitläufige Landschaft des Lemgow erstreckt sich östlich von Lüchow entlang der Landgrabenniederung. Abseits von Hektik, Stress und großen Straßen, lassen sich die Dörfer des Lemgow und ein großes Naturschutzgebiet besonders mit dem Fahrrad gut erkunden. Doch auch wer lieber mit dem Auto anreist, kann sich an den malerischen Dörfern und der üppigen Natur erfreuen. Einige besonders gut erhaltene und großzügig angelegte Rundlingsdörfer, sowie mehrere landwirtschaftliche Betriebe, die sich um den Erhalt bedrohter Haustierrassen bemühen, liegen in dieser Region.

Berühmt ist der Lemgow zudem für seine zahlreichen Kirchen und Kapellen. Viele der kleinen Dörfer haben eigene Kapellen, die es zu besuchen lohnt. In den Dörfern, in denen es keine Kapelle gibt, steht, meist an zentraler Stelle, ein Glockenstuhl, der die Gläubigen auch heute noch zum Gebet ruft.

Zentrale Kirche und zugleich Wahrzeichen der Gemeinde ist die auf freiem Feld stehende Hohe Kirche. Die ältesten Teile des Gemäuers stammen bereits aus dem 13. Jahrhundert und selbst vor der Christianisierung der Gegend im 12. Jahrhundert, soll sich an diesem traditionsreichen Ort eine Gebetsstätte befunden haben.

Bis 1989 stieß man hier schnell auf Grenzanlagen, die die Wege ins benachbarte Sachsen-Anhalt abschnitten. Abgesehen von einzelnen Gedenkstätten und Hinweisschildern weist heute nicht mehr vieles auf die ehemalige deutsch-deutsche Grenze hin. Dort wo den Menschen einst tödliche Gefahr drohte, konnte sich jedoch die Natur fast ungestört entwickeln und so zieht sich heute das Naturschutzgebiet “Grünes Band” entlang des ehemaligen Grenzstreifens.