St. Johanniskirche Lüchow

Zeugin der Vergangenheit

Das genaue Alter der St. Johanniskirche in Lüchow ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Bereits 1298 soll es in Lüchow, Aufzeichnungen zufolge, eine christliche Kirche gegeben haben. Ob dies mit den, im Rahmen von Bauarbeiten in den 1960er Jahren entdeckten, Feldsteinfundamenten eines älteren Gotteshauses unter der heutigen Kirche in Zusammenhang steht, ist jedoch unklar.

Das jetzige Kirchengebäude wurde im Rahmen von Bauarbeiten immer wieder umgestaltet und teilweise ersetzt. Mauern und Fenster wurden hierbei ebenso verändert wie die Inneneinrichtung. Besonders im Rahmen einer grundlegenden Sanierung im Jahre 1866 wurden auch zahlreiche Veränderungen vorgenommen. Hierzu gehörte auch die Entfernung von Altar, Kanzel und Orgel aus dem 16. Jahrhundert.

Die älteste bildliche Darstellung der St. Johanniskirche stammt aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Schon damals hatte die Kirche, was äußerst untypisch ist, keinen Kirchturm. Stattdessen hatte man ein „Dachreiter“ genanntes Türmchen in der Mitte des Dachfirstes platziert. Als Grund für diese bauliche Besonderheit werden statische Unsicherheiten vermutet. Platziert auf der von den Armen des Flüsschens Jeetzel umgebenen „Kircheninsel“, wäre der Boden den Belastungen wahrscheinlich nicht gewachsen gewesen. Dass die St. Johanniskirche somit außerhalb der Stadtmauern stand, ist auch der Grund dafür, dass sie den verheerenden Großbrand von 1811, bei dem fast die gesamte übrige Stadt in Schutt und Asche gelegt wurde, unbeschadet überstand.

Ganz ohne Glockenturm wollte die Kirche jedoch auch nicht sein und so funktionierte man schon 1691 kurzerhand einen ehemaligen, in der Nähe des Gotteshauses stehenden, Stadtturm zum Glockenturm um.